Wein & Vinos Korken

Mit oder ohne Plopp? – Korken und ihre Alternativen

Unter Weinliebhabern kann die Frage nach dem richtigen Verschluss einer Weinflasche die Gemüter so richtig zum Kochen bringen. Zwar ist der Naturkorken noch immer sehr beliebt, aber die Alternativen holen auf und werden immer besser. Hier kommt ein kurzer Überblick für Sie!

Was der Korken alles kann

Mit seiner besonderen Kombination aus Festigkeit und Elastizität passt der Korken in so ziemlich jeden Flaschenhals und schließt diesen optimal ab. Die Flaschen können leicht transportiert und liegend gelagert werden und auch der Schutz vor Oxidation ist gewährleistet. Kork ist absolut luftundurchlässig. Wenn im Laufe der Zeit überhaupt Sauerstoff in die Flasche gelangt, dann durch den mikroskopisch kleinen Zwischenraum zwischen Flaschenhals und Korken. Ein weiterer großer Vorteil des Korkens ist seine Geschmacksneutralität – zumindest im Optimalfall.

Der korkt!

Denn der größte Nachteil des Korkens ist der gefürchtete Korkschmecker. Ein sensorisch oft sehr unangenehmer Weinfehler. Zum einen verdirbt der muffige Geschmack natürlich den Spaß an einem schönen Glas Wein. Zum anderen beschert er der Weinindustrie jährlich riesige Verluste. Je nach Quelle wird die Zahl ungenießbarer Flaschen pro Jahr auf bis zu 800 Millionen geschätzt. Kein Wunder also, dass die Suche nach Alternativen auf Hochtouren läuft – nicht zuletzt auch deshalb, weil Korken recht teuer sind. Je nach gewünschter Qualität muss der Winzer bis zu einem Euro dafür hinlegen.

Kunststoffkorken

Korken aus Kunststoff haben das Risiko eines Korkschmeckers stark reduziert und sind wesentlich günstiger als Naturkorken. Allerdings lässt ihre Elastizität zu wünschen übrig. Das hat zwei Konsequenzen. Zum einen kann die Gasdichte im Laufe der Zeit nachlassen und Sauerstoff in die Flache gelangen; lange Lagerzeiten sind damit ausgeschlossen. Zum anderen sind Kunststoffkorken oft so hart, dass das Öffnen einer Flasche in echte Kraftarbeit ausartet. Auch ein Wiederverschließen der Flasche ist oft nicht möglich.
Fazit: Ist ok bei jungen Weinen wie dem Quietus Rueda 2013 und dem Mantel Sauvignon Blanc 2013, die innerhalb von zwei bis drei Jahren getrunken werden.

Schraubverschluss

Die Vorteile des Schraubverschlusses liegen klar auf der Hand. Die sogenannten Stelvin Caps, bei denen eine Zinnfolie in die Dichtung eingearbeitet ist, gelten als besonders gasdicht, die Weine sind optimal vor Oxidation geschützt; die Flaschen lassen sich leicht öffnen und wieder verschließen; und auch der Geschmack des Weins bleibt unbeeinflusst.
Doch obwohl die Vorteile der Schraubverschlüsse überwiegen, sehen sie sich mit großen Vorbehalten konfrontiert. Denn schließlich ist Wein keine Limo! Auch für mich ist das Entkorken einer Flasche ein liebgewonnenes Ritual, das zum Weingenuss irgendwie dazugehört. Zwar gehen Winzer in Bodegas wie Capçanes und Ercavío immer mehr dazu über, auch ihre hochwertigen Tropfen mit Drehverschluss anzubieten. Trotzdem haftet den Weinen noch immer ein Billig-Image an.
Fazit: objektiv spricht nichts dagegen; ist aber eine Frage des persönlichen Stils

Glasverschluss

Der Glaspfropfen ist eine edle Alternative zum Korken, die jedoch recht kostenintensiv ist. Der gläserne Verschluss ist an der Unterseite mit einem Plastikring versehen, so dass er die Flasche luftdicht verschließen kann. Zwar fehlt auch hier das charakteristische „Plopp“ beim Öffnen der Flasche. Aber der Glasverschluss ist natürlich wesentlich ästhetischer als ein Drehverschluss! Weinliebhaber haben ihn weithin akzeptiert. Der Nachteil ist, dass dieser Verschluss noch nicht über längere Zeit erprobt ist. Es ist also noch weitgehend unbekannt, ob der Wein auch nach Jahren der Lagerung noch genießbar ist.
Fazit: praktisch und ästhetisch; für Weine wie den Blanco und Rosado von Castell Miquel, die innerhalb der nächsten vier Jahre getrunken werden.
Castell Miquel Blanco und Rosado

Wie Sie sehen gibt es keine allgemeine Antwort auf die Frage, was in den Hals der Flache gehört. Alle Verschlüsse haben ihre Vor- und Nachteile. In diesem Sinne…

Salud!
Ihre Tanja Stein