Anbaugebiete im Süden

Anbaugebiete im Süden

Unsere Favoriten aus dem Norden Spaniens haben wir euch ja bereits präsentiert. Obwohl hier und dort noch das ein oder andere erwähnenswerte Anbaugebiet auf eure Aufmerksamkeit wartet. Aber erst mal sind wir euch noch einen Überblick über den Süden schuldig. Je näher der Herbst rückt, umso lieber denken wir daran.

D.O. Mallorca

Eines der beliebtesten Ferienziele deutscher Urlauber ist Mallorca und auch mallorcinischer Wein ist längst kein Geheimtipp mehr. Das Anbaugebiet erfreut sich heute größter Beliebtheit, so auch bei uns. Wir waren begeistert, als wir bei Macià Batle, einer der besten Bodegen Mallorcas, unsere »Edición Wein & Vinos« keltern durften. Aber auch andere Bodegen, wie beispielsweise Santa Catarina locken mit erlesenen Weinen und bieten partymüden Strand-Urlaubern Gelegenheiten zur entspannten Weinverkostung bei romantischem Flair. Auf Mallorca wächst die autochthone Rebsorte Manto Negro ( od. Mantuo Negro/ Prensal). Hauptsächlich wird sie in der D.O. Binissalem, dem 1991 als erstes anerkannten Qualitätsweinbaugebiet Mallorcas, angebaut.  Die Traube ergibt frische, aromatische Weine mit Noten von Vanille, dunklen Beeren und dunklem Holz.

Neben einigen Französischen Reben werden auch die einheimische Traube Callet, die oftmals Weine für anspruchsvolle Kenner ergibt, sowie Tempranillo angebaut. Obwohl sich auch die lokalen Weißweine sehen lassen können, entstehen die besten Weine aus den roten Trauben. Mallorca blickt auf eine lange Tradition im Weinbau zurück. Erstmals während der römischen Besetzung kultiviert, wurde hier auch während der maurischen Herrschaft, die den Genuss von Alkohol untersagte, Wein angebaut. Die Weine waren damals noch sehr viel dünner und fanden auch als Ersatz für das wenig vorhandene Trinkwasser Verwendung.

Macià Batle »Edición Wein & Vinos«Crianza 2010
Santa Catarina Tinto »Selecció Especial«

Miquel Oliver »Ses Ferritges«2009

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Santa Catarina

D.O. La Mancha

Südlich von Madrid liegt die D.O. La Mancha. Sie ist nicht nur Heimat von Don Quijote. Mit über 190.000 ha ist sie nicht nur das größte Anbaugebiet Spaniens, sondern auch das größte zusammenhängende Weinanbaugebiet der Welt. Die Reben wachsen hier auf  sandigen, kalk- oder tonhaltigen Böden. Neben unkomplizierten Tempranillos, findet man hier auch viele internationale Rebsorten. Es sind daher oftmals Cuvées aus Airén mit Sauvignon Blanc oder Chardonnay bzw. Temprannillo mit Cabernet-Sauvignon, Merlot und Syrah, die hier die großen Meisterweike hervorbringen.

Finca Antigua Merlot 2010
Ercavio Tempranillo Roble 2011

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D.O. La Mancha

Levante

Levante wird die Großregion um Valencia und Alicante genannt. Hier wurden vor wenigen Jahren noch sehr dunkle Rotweine mit viel Alkohol für den Export produziert. Doch auch hier hat das Qualitätsdenken zugenommen und die Bodegen sind längst aus dem Schatten ihrer „großen Brüder“ hervorgetreten. Es entstehen würzige, fruchtige, oft etwas erdige und tanninbetonte Weine aus den Rebsorten Monastrell und Bobal mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Die wichtigsten zur Levante gehörenden D.O.´s sind Jumilla, Utiel-Requena, Valencia, Alicante, Yecla und Bullas. Zu den Besonderheiten der D.O. Jumilla zählen die teilweise noch heute erhaltenen wurzelechten Rebanlagen. Ihr Überleben verdanken die Reben der  Abgeschiedenheit des Gebietes, das dadurch erst in den 1980er Jahren von der Reblauskrise erfasst wurde. Fast 100 Jahre nach dem ersten Auftreten der Krise in Spanien.

Clos Lupo Reserva 2007
Setze Gallets 2011
Enrique Mendoza Cabernet Sauvignon – Shiraz Reserva 2009

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D.O. Jumilla

Andalusien

Die Anbaugebiete im Süden Spaniens sind einzigartig. Durch die warme Meeresluft, einem nur dort zu findenden Hefeflor und das spezielle Reifeverfahren im sogenannten Solera-System entstehen aufgesprittete Weine, die sogenannten Finos Manzanilla, Amontillado oder Oloroso. Sie werden unter dem Namen Jerez zusammengefasst. Da die Engländer diese Weine liebten, aber das Spanische Wort nicht aussprechen konnten, gaben sie ihnen den heute international gebräuchlichen Namen Sherry. Für Andalusien typisch sind die „Albariza-Böden“, wie sie auch in der D.O . Jerez – Xérèz – Sherry y Manzanilla de Sanlúcar de Barrameda auftreten. Sie sind praktisch weiß, setzen sich aus kohlensaurem Kalk, Ton und Kieselerde zusammen und weisen eine hohe Wasserspeicherkapazität auf, die die Trauben während der extremen Hitze im Sommer versorgt.
Die am häufigst anzutreffenden Rebsorten sind Palomino de Jerez, Palomino Fino, Perdo-Ximénez und Moscatel. Ebenfalls erwähnenswert ist die D.O. Montilla-Moriles. Hier werden die Trauben in der Sonne getrocknet und einige der besten Süßweine Spaniens hergestellt.

Barbadillo Dry Manzanilla
El Maestro Sierra Pedro Ximénez

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D.O. Jerez-Xérèz

D.O. Lanzarote

Den Besuchern von Lanzarote schlägt eine atemberaubend schöne Landschaft entgegen. Die Insel ist vulkanischen Ursprungs, wodurch die Felder von einer dicken Schicht Lava-Asche bedeckt sind. Damit man hier auf fruchtbaren Boden stößt, müssen erst mal Löcher gegraben werden, in welche die Rebstocke eingesetzt werden. Dennoch, die Vulkan-Asche hat auch ihr Positives! Denn auf Lanzarote gibt es kaum Niederschlag. Die Asche aber, speichert den Morgen-Tau und gibt somit ausreichend Feuchtigkeit an die Pflanzen weiter. Um die Reben zusätzlich vor den heftigen Nordost-Passat-Winden zu schützen werden um die Löcher herum oftmals halbkreisförmige Mauern aus Stein, die sogenannten Zocos, gebaut. Eine liebevolle und mühsame Handarbeit, die ganz bewusst auf den Einsatz von Zement oder dergleichen verzichtet. Denn so sind die Reben vor den starken Winden ausreichend geschützt und die kleinen Zwischenräume in den Mauern bringen Kühlung und Feuchtigkeit. Feurige, aromareiche Weine mit mineralischer Prägung sind typisch für die Kanarischen Inseln.

El Grifo Blanco Malvasía Semi Dulce 2012,
Bermejo Blanco Malvasía Semidulce 2011

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D.O. Lanzarote