Cava - perlender Stolz Spaniens

Cava – perlender Stolz Spaniens

Wie Bleigießen und Neujahrsgebäck in Deutschland zu Silvester dazu gehören, so dürfen in Spanien Weintrauben und Cava in der Noche Vieja nicht fehlen! Traditionsgemäß muss um Mitternacht zu jedem Glockenschlag eine Weintraube verzehrt werden. Jede Traube symbolisiert dabei einen Wunsch. Alle 12 Trauben genossen sowie mit einem Schluck Cava angestoßen, bringen Glück fürs Neue Jahr!

Aber welcher Cava darf es sein? Von süß bis herb ist da einiges dabei! Da fällt die Auswahl oft nicht leicht, zumal sich Perlage und richtige Trinktemperatur ebenfalls auf den Geschmack auswirken. Da gibt es nun 3 Möglichkeiten:

1.) Ihr vertraut dem Urteil wahrer Cava – Kenner, Parker und Peñin:

Bestbewertete Cavas

2.) Ihr achtet auf die Empfehlungen unserer Kunden! Hier könnt ihr sehen welche Cavas am liebsten bei uns bestellt werden:

Meistgekaufte Cavas

3.) Oder ihr werdet einfach selbst zum Cava-Spezialisten! Wer diese Variante bevorzugt – einfach weiterlesen!

 

Was unterscheidet den Cava eigentlich vom Champagner?

Ein wesentlicher Unterscheidungsgrund für euch ist wohl der Preis. Der Cava kommt hier wesentlich annehmbarer daher und bringt ebenso viel Spaß ins Glas. Tatsächlich liegt die Unterscheidung am Anbaugebiet und an den unterschiedlichen Rebsorten. Die geschützte Bezeichnung „Champagner“ darf nur für Schaumweine aus der französischen Region Champagne verwendet werden.  Die spanische Spezialität Cava, darf außerhalb Kataloniens nur in einigen wenigen Anbaugebieten Spaniens erzeugt werden. Der Bergriff Cava  ist demnach eine Qualitätsbezeichnung, die Herstellung nicht auf eine Region beschränkt. Es schäumt jetzt aber endlich auch in Galicien: Die ersten Bodegas kamen letztes Jahr mit dem »Rías Baixas Espumoso« raus. Eine spannende Konkurrenz für den Cava, denn aus dem rassig-aromtischen Albariño lassen sich Superschäumer machen!

Die gängigsten Rebsorten des weißen Cava sind Xarel.lo – er verleiht der Cuvée Körper, Macabeo – eine schön fruchtig, aromatische Rebsorte und Parellada… Für den Cava Rosado sind Monastrell und Garnacha Tinta zugelassen.

Und wie wird Cava hergestellt?

Durchaus interessant ist die Herstellung des Cavas, denn die traditionelle Flaschengärung, ist die aufwändigste Schaumweinherstellung überhaupt.

Dem Grundwein wird eine sogenannte Fülldosage, bestehend aus Hefe, Saccharose und Traubenmost, hinzugefügt. Anschließend wird er in Flaschen abgefüllt.  Die Dosage löst die zweite Gärung in liegenden Flaschen bei konstanter Temperatur aus. Die Hefe spaltet den Zucker in Alkohol und Kohlensäure, welche später eine schöne Perlage zaubert.

Je länger der Wein auf der Hefe liegt, umso qualitativ hochwertigere Ergebnisse können erzielt werden. Grundsätzlich lässt man Cava mindestens 9 Monate auf der Hefe reifen, Reserva 15 Monate, Gran Reserva 30 Monate.

Dieses Bild lässt erahnen wieviel Druck bei der zweiten Gärung in den Flaschen entsteht. Mit einem Naturkorken geschlossen und einem starken Eisenbügel gesichert, werden Flaschen gelagert, die sehr lange auf der Hefe liegen. Der Wein wird so vor möglichen Rostschäden geschützt, der durch den Einsatz von Kronkorken entstehen kann. Für weniger lange Lagerungszeiten ist der Kronkorken absolut üblich und ausreichend.

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Danach muss die für die zweite Gärung benötigte Hefe wieder entfernt werden. Hierfür werden die Flaschen schräg (mit dem Kopf zuerst) in Rüttelpulte gesteckt und regelmäßig gerüttelt. Dabei wird die Flasche um einen bestimmten Grad gedreht und mit etwas Schwung zurück in die Halterung gesteckt. Dieser Prozess muss viele Male wiederholt werden, so sammelt sich die Hefe vollständig im Flaschenhals. Am Ende des Vorgangs stehen die Flaschen fast senkrecht in den Pulten.

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Um das Hefedepot nun wieder aus der Flasche entfernen zu können, werden diese degorgiert. Die Flaschen stehen kopfüber in einem Kälte-Bad. Der Hefepfropf gefriert und ist am oberen Flaschenhals deutlich erkennbar.

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Beim Öffnen schießt der gefrorene Pfropf schließlich durch den Überdruck heraus. Um Flüssigkeitsverluste auszugleichen, werden die Flaschen wieder aufgefüllt. Das Ergebnis ist ein exzellenter Cava Brut Nature.

Mit dem Auffüllen der Flasche durch die sogenannte Versanddosage, hinterlassen Winzer ihren eigenen Fingerabdruck und geben dem Cava damit ihre ganz persönliche Note.
Auch die Geschmacksrichtungen Brut Nature bis Dulce werden dadurch bestimmt.
Nun muss die Flasche nur noch verkorkt und der Korken mit einer Agraffe – einem starken Drahtgestell – befestigt werden. Damit sich der Cava mit der Dosage harmonisieren kann, liegt er noch einige Zeit im Keller.

 

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Bodegas Gramona, Degorgieren

Endlich ist der Cava trinkfertig, die Flaschen werden gründlich mit Wasser gesäubert und im letzten Schritt mit einem Etikett versehen.

Geschmacksrichtungen

Nach der EU-Bezeichnungsverordnung dürfen Schaumweine je nach Restzuckergehalt verschiedenen Geschmacksrichtungen zugeordnet werden:

Brut Nature – unter 3 g/l
Extra Brut – extra herb, unter 6 g/l
Brut – herb, bis 12 g/l
Extra Seco – extra trocken 12 -17 g/l
Seco – trocken, 17 – 32 g/l
Semi-Seco – halbtrocken,  32 – 50 g/l
Dulce – süß, mehr als 50 g/l

Allen, die es noch genauer wissen wollen empfehlen wir die Ausführungen des Consejo Regulador del Cava!

Tipp! So outet ihr euch als wahre Cava – Kenner!
  1. Der Korken darf nicht „knallen“ sondern „zischen“ – damit verhindert ihr Flüssigkeitsverlust und den Verlust von Ansehen in gehobener Gesellschaft.
  2. Den höchsten Genuss habt ihr bei einer Trinktemperatur zwischen 6 – 8°C.
  3. Wenn der Korken zu fest sitzt, empfiehlt es sich, sich der guten alten Hebelwirkung zu bedienen.
  4. Achtet auf den Restzuckergehalt. Durch die Perlage und die Kühlung wirkt Schaumwein oft trockener als er tatsächlich ist.
  5. Wichtig, ist außerdem das richtige Glas! Der sogenannte Moussierpunkt wird meist durch einen Laserstrahl am Kelchboden erzeugt und  trägt dazu bei, dass sich das freigesetzte Kohlendioxid leichter zu einer Blase entwickelt. So entsteht die schönste Perlage!

¡Feliz Año Nuevo!

Nele, Wein & Vinos Team